| ALT-SCHÖNEBERG Besuch in unserer Partnergemeinde St. Paul's in Chichester In der ersten Oktoberwoche besuchten Claudia Hoffmeister mit ihrem Sohn Lennard, meine Frau Sabine und ich unsere Partnergemeinde St. Pauls in Chichester im Süden Englands. Jubiläen gab es zu feiern, Verabredungen zu treffen und das Band der Partnerschaft neu aufzunehmen und daran weiter zu knüpfen. Meine Frau und ich wollten vor allem das Gedächtnis an den fünfzigsten Todestag von Bischof George Bell mit den Menschen und Gemeindegliedern in Chichester gemeinsam bedenken. George Bell, nach dem unser Gemeindehaus an der Hauptstraße benannt ist, war von 1929 bis 1958 Bischof in Chichester. In diesem Jahr wurde das Gedächtnis seines 125. Geburtstages und seines 50. Todestages begangen. In Gesprächen mit dem Kirchenmusiker von St. Pauls wurde verabredet, dass im Oktober der Chor aus St. Pauls unsere Gemeinde besucht und mit unserem Chor ein gemeinsames Konzert aufführt. Außerdem wurde am 3. Oktober 2008 der 900. Jahrestag der Weihe der Kathedrale im Zentrum Chichesters gefeiert, wozu wir als Gäste von Pfr. Richard Hunt und Vertreter des Kirchenkreises Schöneberg eingeladen waren. Ein festlicher Gottesdienst mit dem Bischof von Chichester John Hind und dem Erzbischof von Canterbury Rowan Williams war der Höhepunkt unseres Besuches. An diesem Wochenende wurde auch das "George-Bell-House", ein Tagungs- und Begegnungszentrum bei der Kathedrale, eingeweiht. Dort gibt es auch ein "Berliner Zimmer", das an die Zusammenarbeit von Bischof Bell mit Dietrich Bonhoeffer erinnert. Frau Hoffmeister, unsere Mitarbeiterin für die Arbeit mit Kindern und Familien, suchte Kontakt zu Menschen, die in der Gemeinde Arbeit mit Kindern und Jugendlichen vorbereiten und leiten, um Besuche und gemeinsame Aktionen im Rahmen der Partnerschaft zu planen. Interessant wäre zum Beispiel, zwischen Berliner Familien und Familien in Chichester Lennard, der Sohn von Frau Hoffmeister hat einen Kontakt zu der "Bischof Luffa"-Schule geknüpft, der eventuell zu einer Schulpartnerschaft zu der Evangelischen Schule in Berlin-Mitte führen könnte, wo Lennard Schüler ist und an deren Aufbau Frau Hoffmeister mitarbeitet. Die Erinnerung an Bischof George Bell ist für die Berliner Kirche wichtig und kostbar. Als "Verbündeter" der Bekennenden Kirche unterstützte er Christen und Theologen in Deutschland in ihrem Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Dabei lernte er auch Dietrich Bonhoeffer kennen und freundete sich bald mit ihm an. Über ihn hat er Während der Kriegszeit, als Churchill in England die Flächenbombardierung deutscher Großstädte vorbereiten ließ, setzte sich George Bell engagiert gegen die unmenschliche Form der Kriegsführung gegen die Zivilbevölkerung ein. Dieses entschlossene Eintreten für den Nach dem Krieg war Bischof George Bell der erste Vertreter einer christlichen Kirche, der wieder an einem ökumenischen Gottesdienst in Deutschland teilnahm und mit dem deutschen Bischof Otto Dibelius in der Marienkirche in Berlin Gottesdienst feierte. George Bell setzte sich weiterhin für Versöhnung und Frieden und gegen die menschenverachtenden Massenvernichtungswaffen ein, zum Beispiel gegen die Atombombe. In Deutschland wurde er jedoch bald vergessen, vielleicht gerade wegen seinem Festhalten an der Notwendigkeit, sich an vergangenes Unrecht zu erinnern, damit es nicht wieder geschieht. Seine Gedanken waren im Nachkriegsdeutschland und auch in Großbritannien vielen weiterhin unbequem. Berlin, Oktober 2008 Weitere Informationen zur Ev. Kirchengemeinde Alt-Schöneberg » |
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