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Evangelische
Kirchengemeinde
Alt-Schöneberg |
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Der Freitagskreis
Reise des Freitagskreises nach Kreisau 2008 (353 KB) »
Chronik des Freitagskreises
I
Die Geschichte des Freitagskreises reicht weiter zurück als die der Bundesrepublik Deutschland. In den ersten Nachkriegsjahren, als Jugendliche in Berlin nur die Wahl hatten zwischen den entstehenden amerikanischen Jugendclubs und der kommunistisch geprägten FDJ, erweckte der Religionslehrer Gribkoswki um 1947 in Alt-Schöneberg Junge Gemeinde. Er unterrichte an verschiedenen Schöneberger Schulen und lud Jugendliche in seine Alt-Schöneberger Kreise ein, den Freitagskreis für Ältere und die Jungschar (bis 14 Jahre). Man traf sich in der alten Sakristei der ausgebrannten Paul-Gerhardt-Kirche. Rudolf Gribkowski gelang es durch seine unaufdringliche Pädagogik und die überzeugende Wortverkündigung in den Andachten am Ende der Kreisabende, die oben erwähnten "Alten" so zu führen, dass aus ihnen Mitarbeiter wurden, die nun selbst im Freitagskreis Verantwortung übernahmen bzw. Kreise von Jüngeren leiteten. Ältere Jugendliche wechselten von der Jungschar zum Freitagskreis. Um 1950 wurde Herr Gribkowski Lehrer an der 2. OTZ am Tempelhofer Weg, und eine große Gruppe Friedenauer Jugendlicher stieß zum Freitagskreis. Der Kreis umfasste nun 40 bis 50 Personen. Etwa 1954 übernahm der Kreisjugenddiakon Cornelius Witt vorübergehend die Jugendarbeit in Alt-Schöneberg inklusive Freitagskreis, der dann bis 1958 von Gerhard Brock weitergeführt wurde.
II
Zu den Aktivitäten zählten sportliche Wettkämpfe mit anderen Gemeinden, die beliebten Kreisjugendrüsttage im Spandauer Johannesstift und immer wieder als Höhepunkte des Kreislebens die Sommerfahrten. Häufig war man mit den Zelten unterwegs und ist wirklich noch gewandert. Diese Wochen haben die Gemeinschaft immer besonders gefestigt. Eine gemeinsame Bibelarbeit beider Kreise fand wöchentlich statt. Pfarrer haben niemals den Freitagskreis geleitet, waren aber stets willkommene Gäste zur Durchführung von Bibelarbeiten, insbesondere die Pfarrer Perwitz, Dr. Winterhager, Dr. Boeckh, Lotz und Krause. Eine besondere Verbindung entstand 1961 auf bemerkenswerte Weise. Die Fahrzeiten mit dem Auto erlaubten nur eine Wochenendreise von ca. 300 km Entfernung von Berlin (Geschwindigkeitsbegrenzung und Grenzkontrollen). So nahm man kurzerhand eine Landkarte und schlug mit dem Zirkel einen Kreis mit dem Halbmesser 300 km um Berlin. Der schloss gerade Lübeck ein, und so schrieb man einen Brief an die Domgemeinde Lübeck. Der Kontakt zu dem liebenswürdigen Ehepaar Schweder (er der Küster, sie die Gemeindeschwester) begann. Es folgten Reisen nach Lübeck 1961 und 1964 und langjährige freundschaftliche Kontakte. Als 1963/64 die ersten Kreisler heirateten, war das der Anlass, unsere Frauen einzuladen, die fortan den Kreis bereicherten.
III
Der Freitagskreis unterhielt auch einen Besuchsdienst und veranstaltete Weihnachtsfeiern für ältere und behinderte Gemeindeglieder, die dazu abgeholt wurden. Außerdem hatte der Freitagskreis über Jahre ein indisches Patenkind, dessen Ausbildung mit den Spenden der einzelnen Kreisler finanziert wurde. 1971 benötigte die Gemeinde die Räume anderweitig. Der Freitagskreis traf sich nur noch sporadisch. Hinzu kam, dass einige beruflich Berlin verließen, und so löste sich der Kreis zunächst auf, aber lockere Verbindungen einzelner blieben erhalten. 1987 lud Klaus Wiangke zu seinem 50. Geburtstag ein, alte Kreisler sahen einander wieder, Freundschaften wurden erneuert und der Wunsch zur Neubelebung des Freitagskreises entstand. Dann, am 1. Dezember 1995, war es soweit. Auf Einladung des Ehepaares Wiangke trafen sich alte Kreisler und interessierte Gemeindeglieder (insgesamt 13 Personen) in der Wohnung von Pfarrer Foerster und begründeten den neuen Freitagskreis. Es wurde beschlossen, sich fortan an jedem ersten Freitag im Monat zu treffen. Zur Premiere besichtigte der Freitagskreis unter Führung von Sabine Foerster am 6. Januar 1996 den Berliner Dom. Durch Mundpropaganda und persönliche Einladungen wuchs der neue Freitagskreis von Jahr zu Jahr, so dass gegenwärtig, Stand April 2008, 92 Personen durch das Programm informiert werden. Die regelmäßige Teilnehmerzahl liegt bei bis zu 45–50 Personen, zu den beliebten Adventsfeiern erscheinen mindestens 75 Personen.
IV
Auch die Reisefreude blieb erhalten. Die jährliche Wochenendreise ist der Höhepunkt des Kreislebens. Unsere erste 1996 führte uns verständlicherweise nach Lübeck, wo uns bereits am Bahnhof unsere Schweders erwarteten. Das Wort des Pastors Grusnick beim Gottesdienst im Lübecker Dom: "In jedem Einzelnen ist die ganze Welt der Schöpfung enthalten. Keiner ist unwichtig. Keiner darf übersehen werden." wurde zum Leitgedanken des neuen Freitagskreises, in den sich jeder mit seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten einbringt. So übernahm eine Reihe von Kreismitgliedern diverse Aufgaben in der Gemeinde, die sie regelmäßig ehrenamtlich erledigen. Der Kreis organisiert Arbeitseinsätze, das jährliche Erdbeerpflücken und Verarbeiten zu Marmelade, die dann verkauft wird und deren Erlös dem "Warmen Otto" zugute kommt. Weiter zu erwähnen ist das Mitgestalten des Erntedank- und Kirchweihfestes (Betreiben der Verkaufsstände), des Gemeindebriefes, Arbeit mit Kindern/Familienkirche (Ehepaar Roeder) sowie das Führen der Kirchbücher, Besuchsdienst, Gemeindekirchenrat und Aktivitäten im Gemeindechor. Tradition hat schon unser Erntedankessen, das jedes Jahr mit einem Ausflug verbunden ist, ebenso das Einsammeln der Erntedankspende des Freitagskreises für die Arbeit mit Kindern in Alt-Schöneberg.
V
Es bestehen auch gute Verbindungen zum Haus Kreisau (Berlin), wo wir jährlich Gast zu einem Tag der Besinnung sein dürfen, und zu Pfarrer Urbisch von der Alt-Katholischen Kirchengemeinde, der regelmäßig Bibelarbeiten mit uns hält. Die Kreisabende selbst sind umrahmt von Eingangs- und Schlusslied. Den Kern bilden in der Regel hochkarätige Vorträge, die aufwendig gestaltet werden von Kreismitgliedern oder eingeladenen Gästen. Zu den herausragenden Gästen zählten Altbischof Kruse, der Leiter der "Gauckbehörde", Joachim Gauck, der Gerichtsmediziner Prof. Dr. Schneider, der Fernsehjournalist Ulrich Meyer und die Regisseurin Kornelia Repschläger. Zum Abschluss der Kreisabende reichen wir uns im Kreis stehend die Hände und singen gemeinsam das Segenslied: "Komm, Herr, segne uns …" Daran schließt sich jeweils ein gemütliches Beisammensein an, bei dem persönliche Kontakte gepflegt werden. Im Freitagskreis hat sich mit Heinz Gandyra, Jürgen Roeder, Bernd Strahlendorff u. a. eine Wandergruppe zusammengefunden, die bereits den Rennsteig und den Rothaarsteig bewältigt.
Der Freitagskreis hat nicht nur eine ereignisreiche Vergangenheit, für die wir alle dankbar sind – alle Mitglieder hoffen auch auf eine weiterhin unter dem Segen Gottes stehende Zukunft.
Ralf Bochröder, Gerhard Brock, Arno Gandyra
Termine
Ort: Berlin-Schöneberg, Hauptstraße 47–48, Paul-Gerhardt-Saal
Beginn: 19.00 Uhr – die Andacht in der Dorfkirche beginnt jeweils vorher um 18.15 Uhr.
Programm
Die aktuellen Veranstaltungen des Freitagskreises finden Sie im Gemeindebrief (Paul-Gerhardt-Brief), den Sie auch unter Download » herunterladen können.
Kontakt
Klaus Wiangke, Tel 89 00 07 27,
Fax 89 00 07 28, Klaus_Wiangke[@]online.de |